Herbst im Tessin: Feuchtigkeit in Keller und Estrich, so schützen Sie das Holz
Mit dem ersten Dauerregen und der eingeschalteten Heizung steigt die Feuchtigkeit in Kellern und Dachräumen. Diese Kontrollen lohnen sich im Oktober gegen Schimmel und Holzpilze.
Der Oktober bringt im Tessin den ersten langen Regen und fast überall wird die Heizung wieder eingeschaltet. Für das Holz im Haus ist das eine heikle Phase: Dachbalken, Decken, Treppen, Verkleidungen und Möbel im Keller. Innen warme, feuchte Luft, aussen noch kalte Wände und Dachflächen: Das Wasser kondensiert genau dort, wo das Holz am schlechtesten belüftet ist.
Schimmel und Holzpilze sind nicht dasselbe
Schimmel wächst an der Oberfläche von Wänden, Ecken und Fensterrahmen. Er ist vor allem ein Gesundheits- und Komfortproblem; das Bundesamt für Gesundheit (BAG) nennt als häufigste Ursache Kondenswasser auf zu kalten Oberflächen.
Holzzerstörende Pilze wie der Echte Hausschwamm (Serpula lacrymans) sind etwas anderes: Sie ernähren sich von Zellulose und schwächen Balken und Decken. Sie entwickeln sich, wenn Holz lange feucht bleibt, in der Regel ab etwa 25 % Holzfeuchte und bei über 85 % Luftfeuchtigkeit, am besten um 21 °C. Lignum, die Dachorganisation der Schweizer Wald- und Holzwirtschaft, hält fest: Holz, das dauerhaft unter 20 % Feuchte bleibt, bietet den meisten holzzersetzenden Organismen keine Lebensgrundlage.
Kurz gesagt: Der gemeinsame Feind ist stehende Feuchtigkeit. Sie zu beseitigen ist der erste Schutz, noch vor jeder Behandlung.
Fünf Kontrollen im Oktober
Richtig lüften. Das BAG empfiehlt, mindestens dreimal täglich Fenster und Türen 5–10 Minuten ganz zu öffnen und Durchzug zu schaffen. Dauernd gekippte Fenster kühlen die Wände aus, ohne die Luft wirklich auszutauschen.
Feuchtigkeit messen. Ein Hygrometer ist günstig. In der Heizperiode nennt das BAG eine relative Luftfeuchtigkeit von 30 bis 50 %, an sehr kalten Tagen höchstens 40 %. Dauerhaft hohe Werte im Keller sollten Sie abklären.
Regelmässig heizen. In schlecht gedämmten Häusern, besonders aus den 1960er- und 1970er-Jahren, rät das BAG, früh zu heizen und rund 20 °C zu halten. Stark ausgekühlte Räume fördern Kondenswasser.
Keller und Estrich nach Gewittern prüfen. Achten Sie auf dunkle Flecken an Balken und Brettern, muffigen Geruch, würfelförmig zerfallendes oder faseriges Holz, weissliche Stränge oder rostbraunen Staub in der Nähe. Kontrollieren Sie auch Dachrinnen, Dachfenster und Anschlüsse.
Nichts direkt an Wände stellen. Brennholz, Kartons und Möbel an kalten Wänden blockieren die Luft und halten Feuchtigkeit: Lassen Sie einige Zentimeter Abstand.
Wann Fachleute beiziehen
Das BAG rät, ausgedehnten oder wiederkehrenden Schimmel nicht selbst zu entfernen und Fachleute beizuziehen, wenn die Ursache der Feuchtigkeit unklar ist. Beim Holz gilt dasselbe: Klingt ein Balken dumpf, gibt er unter dem Schraubenzieher nach oder wächst Myzel durch die Mauer, braucht es eine Diagnose. Der Echte Hausschwamm kann Mauerwerk und Dämmung durchdringen; ein frühes Eingreifen begrenzt Ausmass und Kosten.
Eine seriöse Diagnose beginnt mit der Bestimmung des Pilzes und der Suche nach der Wasserquelle: Ohne Beseitigung der Ursache hält keine Behandlung.
Häufige Fragen
Reicht ein Luftentfeuchter? Er hilft, die Feuchtigkeit zu senken, ersetzt aber nicht die Ursachensuche (Wassereintritt, Kondensation, aufsteigende Feuchte). Laut BAG gehört er nach der Schimmelsanierung, nicht an ihre Stelle.
Ist weisser Belag im Keller Hausschwamm? Nicht unbedingt. Ein oberflächlicher Belag an der Wand ist oft Schimmel; dicke Stränge, fladenförmige Fruchtkörper und würfelig zerfallenes Holz deuten auf einen Holzpilz. Im Zweifel klären ein Foto und eine Begehung.
Ist der Oktober ein guter Zeitpunkt für eine Kontrolle? Ja: Jetzt beginnt der Temperaturunterschied zwischen innen und aussen Kondenswasser zu bilden, und ein früh erkanntes Problem lässt sich vor dem Winter angehen.
Protedil ist seit 1982 im Tessin, im Misox und im Calancatal für Diagnose und Sanierung von Holz mit Pilz- und Insektenbefall tätig. Für eine Begehung: +41 79 621 57 32 oder das Kontaktformular.